Große Probleme mit trockenem Auge nach OP

Erfahrungen bei problematischen Tränenfilm und Augenprothesen
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scarlett
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Große Probleme mit trockenem Auge nach OP

Beitrag von scarlett » Do 12. Okt 2017, 20:13

Hallo,

hab durch Zufall dieses Forum entdeckt und hoffe, mich hier mit Gleichgesinnten austauschen zu können.

Bei mir musste ein bösartiger Tumor am Auge entfernt werden. Da dieser sehr tief ins Gewebe eingedrungen war, mussten die Ärzte letztlich Mundschleimhaut ins Auge transplantieren. Seitdem kann ich die Augenprothese aus Glas nicht länger rausnehmen (weil die Mundschleimhaut sonst schrumpft). Zudem schließt das Auge auch nicht richtig.
Mein Problem ist nun, dass mein Auge ständig trocken und gereizt (rot) ist. Ich hab schon jegliche Art von Augentropfen und Salben ausprobiert. Die helfen alle nur für kurze Zeit. Hat jemand noch eine andere Idee?
Vor der Anpassung hatte ich eine Ilig-Schale aus Kunststoff drin. Diese hat komischerweise keine Probleme gemacht. Sowohl mein Augenarzt, Operateur etc. empfehlen aber alle nur Glas. Was ist eure Meinung dazu?



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Bits&Bytes
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Re: Große Probleme mit trockenem Auge nach OP

Beitrag von Bits&Bytes » Fr 13. Okt 2017, 13:32

scarlett hat geschrieben:
Do 12. Okt 2017, 20:13

Bei mir musste ein bösartiger Tumor am Auge entfernt werden. Da dieser sehr tief ins Gewebe eingedrungen war, mussten die Ärzte letztlich Mundschleimhaut ins Auge transplantieren. Seitdem kann ich die Augenprothese aus Glas nicht länger rausnehmen (weil die Mundschleimhaut sonst schrumpft). Zudem schließt das Auge auch nicht richtig.
Mein Problem ist nun, dass mein Auge ständig trocken und gereizt (rot) ist. Ich hab schon jegliche Art von Augentropfen und Salben ausprobiert. Die helfen alle nur für kurze Zeit. Hat jemand noch eine andere Idee?
Vor der Anpassung hatte ich eine Ilig-Schale aus Kunststoff drin. Diese hat komischerweise keine Probleme gemacht. Sowohl mein Augenarzt, Operateur etc. empfehlen aber alle nur Glas. Was ist eure Meinung dazu?
Hallo Scarlett,

erst einmal willkommen im Forum.

Schlimm, das Du so große Probleme mit der Prothese hast, aber was bedeutet der Satz aus Deinem Post, den ich im Zitat fett markiert habe ?

Kannst Du die Prothese tatsächlich nicht herausnehmen, ist diese also fest installiert ? Habe große Schwierigkeiten mir das vorzustellen !

Oder meinst Du vielleicht, Du solltest sie so wenig wie irgend möglich herausnehmen, damit die Schleimhaut nicht schrumpft, also z. B. nicht über Nacht die Augenhöhle leer lassen ?

Die Illig-Schale (hatte selbst eine) ist sehr dünn, vielleicht hattest Du deshalb keine Probleme. Man kann aber auch Glasprothesen einwandig (ziemlich dünn) herstellen.
Das Auge muss auf jeden Fall schliessen können, zumindest fast vollständig. Ganz ist nicht immer zu erreichen, wenn es aber nur ein kleiner Spalt ist der offen bleibt, wenn man das Auge sanft schliesst, ist dies auch noch OK, zumindest bei mir.

Unser Mitglied Olga hatte ähnliche Probleme wie Du, die erst dann zu Ende waren, als sie eine Kunststoffprothese erhalten hatte. Sorry, ich würde in diesem Fall darauf pfeifen was mir AA oder Operateur erzählen, es sei denn sie hätten Dir auch eine einleuchtende Begründung mitgeliefert, die stichhaltig ist.

Wünsche Dir baldige Besserung Deiner Probleme.

Grüße

Udo


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Haas
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Re: Große Probleme mit trockenem Auge nach OP

Beitrag von Haas » Fr 13. Okt 2017, 16:43

Hallo Scarlett,

Vielleicht ist deine Augenprothese einen Tick zu groß geraten und reizt deshalb deine Augenhöhle. Ich glaube nicht dass es am Material liegt, da Prothesen aus Glas normalerweise sehr verträglich sind. Zumindest verträglicher als Prothesen aus Kunststoff.
Um einen vollständigen Lidschluss zu erreichen sollte die Prothese nicht zu groß gewählt werden, auch wenn man dadurch optische Einbußen hat.Aber der Tragekomfort wird dadurch erheblich gesteigert. Leider ist aber ein perfekter Lidschluss nicht in jedem Fall zu erzielen. Das kommt immer auf die Gegebenheiten an und sollte vom Ocularist vor Ort begutachtet werden.
Das Problem des trockenen Auges kann auch durch Augengel gelindert werden. Es gibt verschiedene Präparate auf dem Markt. Augengel hat den Vorteil dass es beständiger als Tropfen ist und dadurch längere Zeit anhält.

Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen und wünsche ein schönes Wochenende



scarlett
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Re: Große Probleme mit trockenem Auge nach OP

Beitrag von scarlett » Fr 13. Okt 2017, 19:22

Hallo Udo, hallo Haas,

danke für eure Antworten.

Ich kann die Prothese zum Reinigen etc. schon herausnehmen. Viel länger sollte ich es aber auch nicht tun, da die Mundschleimhaut sich schon nach ein paar Minuten zusammenziehen bzw. schrumpfen kann. Die Mundschleimhaut wurde transplantiert weil aufgrund der vielen OP´s unheimlich viel Gewebe entnommen und dieser Defekt irgendwie wieder ausgeglichen werden musste. Vor dieser OP habe ich meine Prothese Zuhause und grundsätzlich auch nachts immer raus genommen. Das ist jetzt eine ganz große Umstellung für mich, dass es nicht mal für 10 Minuten geht.

Dass die Prothese zu groß ist, glaube ich nicht. Sie ist eh etwas kleiner als mein gesundes Auge. Falls man sie noch kleiner macht, könnte die Mundschleimhaut wuchern bzw. nach vorne treten und die Prothese nicht mehr richtig halten.
Ich weiß, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte vermutlich noch froh sein muss, dass ich überhaupt wieder eine Prothese tragen kann, aber natürlich möchte ich auch hübsch aussehen und nicht immer von meinen Mitmenschen doof angeglotzt werden.

Vielleicht könnt ihr das ja nachempfinden?

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende



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Bits&Bytes
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Re: Große Probleme mit trockenem Auge nach OP

Beitrag von Bits&Bytes » Sa 14. Okt 2017, 08:20

Liebe Scarlet,

das hört sich alles leider sehr übel an und mir war bisher nicht klar, oder ich habe es verdrängt, was es doch für harte Schicksale in diesem Zusammenhang gibt.

Nicht nur das Du die traumatische Erfahrung der Entfernung eines Körperteils, die die meisten ja hier auch schon kennen hattest, nein on top kommen noch körperliche Probleme (Schmerzen, Trockenheit, etc.) und psychische (optische Selbstwahrnehmung) und vermutlich auch soziale (Unsicherheit in der Öffentlichkeit) dazu.

Da frage ich mich wirklich ob man da überhaupt Trost spenden und Hilfe geben kann ?

Denn wo will man da ansetzen ? Ich hätte nicht gedacht, dass es so einen großen Unterschied macht, wenn man ein Mundschleimhaut-Transsplantat erhalten hat, aber klingt leider irgendwie logisch, das die viel schneller austrocknen kann und schrumpft, nur warum sie zu wuchern anfangen sollte, wenn man die Prothese noch kleiner machen würde, ist mir nicht klar. Aber da musst Du wohl auf die Ärtze vertrauen.

Am Ende sagst Du:
"Ich weiß, dass ich aufgrund meiner Vorgeschichte vermutlich noch froh sein muss, dass ich überhaupt wieder eine Prothese tragen kann, aber natürlich möchte ich auch hübsch aussehen und nicht immer von meinen Mitmenschen doof angeglotzt werden.

Vielleicht könnt ihr das ja nachempfinden?"


Da hast Du vielleicht sogar Recht, denn im amerikanischen losteye-Forum kann man von Menschen lesen, die eben überhaupt keine Prothese tragen können und denen schliesslich die Augenlider zugenäht wurden und/oder die permanent eine Augenklappe tragen.

Aber natürlich ist das kein wirklicher Trost wenn man weiss, das es andere gibt denen das Schicksal noch übler mitgespielt hat.

Ich wünsche Dir alles Gute und allen ein schönes Wochenende

Udo


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

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