Probleme mit der Augenprothese

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Jette
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Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Jette » Fr 6. Okt 2017, 18:01

Hallo.
2000 bin ich an der Sarkoidose erkrankt. Dadurch habe ich am linken Auge den grünen Star bekommen. Viele OP´s, Kältebehandlungen, geläsert u.s.w. am Ende des Leidensweg wurde mir 2013 das Auge entfernt.
Ich komme damit nicht klar. Das Auge schließt nicht mehr richtig, daher ist es sehr oft trocken. Ich benutze
Creme´s ,Salben und Tropfen. Jeder Wimpern schlag tut weh. Es ist frustrierend. Kleinere Augenprothese habe ich probiert, bei vielen Ärzten war ich. Trotz alledem habe ich immer Probleme. Ich komme auch Optisch nicht damit klar, ich finde mich einfach nicht mehr hübsch.
Wie geht Ihr mit euren Augenprothese um?
Was nimmt ihr so, wenn das Auge trocken ist?
Liebe Grüße Jette



Marcy
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Marcy » Sa 7. Okt 2017, 22:05

Hallo Jette,

herzlich willkommen hier im Forum. Schade, dass du so massive Probleme mit deiner Prothese hast.

Ich kann mein Auge auch nicht komplett schließen, nutze deshalb (meistens konservierungsmittelfreie) Benetzungstropfen. Damit komme ich ganz gut zurecht.

Ein anderes Mitglied des Forums - Olga - hatte mit Glasprothese ähnliche Probleme wie du. Sie kommt mit Kunststoff viel besser zurecht. Vielleicht hast du ihre Beiträge schon gelesen?

Was den kosmetischen Aspekt angeht, kann ich dich verstehen... ich hatte nach dem zweiten Eingriff dann auch nicht mehr die vorherige Symmetrie und wollte das so nicht lassen.
Deswegen habe ich mich zu einer Lid-Operation entschieden.

Als nicht operative Möglichkeit könntest du versuchen, mit Make-Up auszugleichen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein paar hilfreiche Tipps geben.

Liebe Grüße
Marcy



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Bits&Bytes
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Bits&Bytes » So 8. Okt 2017, 15:22

Hallo Jette,

ich möchte Dich hier herzlich willkommen heissen, auch wenn ich Dir bei Deiner speziellen Problematik leider nicht wirklich weiterhelfen kann.
Gott sei Dank sitzt bei mir die Prothese seit Anfang an und macht auch nicht die allerkleinsten Probleme, im Gegenteil sie ist jetzt seit ca. 3 Monaten ununterbochen drin.

Ich will damit nur sagen, dass es möglich ist.

Einen ähnlichen Leidensweg wie Du hat, wie Marcy bereits erwähnte, so viel ich weiss nur Olga hinter sich. Bei Ihr passte auch keine Glasprothese, erst die bessere Anpassungsmöglichkeit einer Kunststoffprothese brachte bei Ihr ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.

Olga wird sich sicherlich noch melden.

Zur Anfertigung einer Acrylprothese wird zuvor eine Abdruck Deiner Augenhöhle gemacht, so ist i. d. R. sichergstellt, dass diese auch hinterher genau passt und anders als bei der Gasprothese kann man diese auch noch nachträglich bearbeiten / optimieren. Bei schwierigen Augenhöhlenverhältnisse kommen die Möglichkeiten der Augenkünstler mit Glas wohl an ihre Grenzen.

Hoffentlich findet sich auch für Dich bald eine Lösung, der Augenarzt ist die erste Anlaufstelle und der sollte Dich unterstützen, wenn Du es vielleicht einmal mit Kunststoff versuchen willst.

Viele Grüße

Udo


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

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Olga1991
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Olga1991 » Mo 9. Okt 2017, 04:32

Guten Morgen,

ohja das kenne ich nur zu gut!

Schlimm dieser schmerzhafte Lidschlag. Also wenn der Ocularist dir keine Glasprothese anfertigen kann wo du das Auge schließen kannst und zugleich optisch gut aussieht, dann rate ich dir ein Rezept beim AA ausstellen zu lasse mit einer richtigen Begründung für Kunststoff.

Schick es dann zum Ocularisten, vielleicht ist auch dies deine einzige Lösung. Eine Prothese soll nicht schmerzen!

Ich habe einige therads hier, schau dich einfach mal um ;)

Lg


12/2016: Enukleation linkes Auge

scarlett
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von scarlett » Fr 13. Okt 2017, 19:54

Hallo Jette,

ich kann Dich so gut verstehen.
Nach einer Tumorentfernung am Auge muss ich auch eine Prothese tragen und habe damit ebenfalls zahlreiche Probleme.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ärzte sich nicht in unsere Lage versetzen können und man sich dann Sätze wie "Seien Sie doch froh, dass der Tumor weg ist..." anhören muss. Und wenn man wegen der trockenen Augen nachfragt, hat man dann einfach noch nicht das richtige Produkt gefunden.
Ich habe leider auch kein Geheimrezept parat, aber was mir etwas Linderung verschafft ist Xailin Gel. Und ich versuche regelmäßig an die frische Luft zu gehen. Klingt banal, aber wenn es draußen kälter ist, komme ich besser klar und bin sogar froh, wenn es dann mal etwas tränt.
Und was das Optische angeht. Damit habe ich selbst auch ganz große Probleme. Ich habe mir jetzt eine große Brille bestellt und hoffe, dass dies etwas ablenkt. Ich erhoffe mir davon, dass man sich dahinter etwas "verstecken" kann und man sich etwas sicherer fühlt, wenn man nicht direkt aufs Auge gucken kann.
Vielleicht wäre das ja auch eine Option für Dich?

Liebe Grüße

Scarlett



Jette
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Jette » Fr 3. Nov 2017, 17:56

Erstmal vielen Dank für die Antworten. Ich hatte schon ein Auge aus Kunststoff. Das sah optisch aber so blöde aus.
Die Frau hat tagelang daran rumgemalt und es sah einfach nur unecht aus. Ich fühlte mich damit so unwohl, dass ich wieder zum Glasauge gewechselt bin. Eine Brille habe ich mir vor 2 Jahren zugelegt, damit man es nicht gleich so sieht, aber ich bin kein Brillenträger und beim Regen oder wenn es kalt ist, ist so eine Brille echt nervig.
Ich werde wohl weiterhin versuchen damit zu Leben, weiterhin feuchte Augentropfen zu nehmen und hoffen auf ein Wunder.....lach.....
Liebe Grüße Jette



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Bits&Bytes
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Bits&Bytes » Sa 4. Nov 2017, 10:53

Hallo Jette,

irgendwie kann ich Dich verstehen, irgendwie aber auch überhaupt nicht.

Man sollte meiner Ansicht nach nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen, wenn es um so eine elementar wichtige Sache geht, wie es eine Augenprothese, die Du ja Dein ganzes restliches Leben lang tragen musst, nun mal ist !

Für mich wäre die Vorstellung lebenslang massive Probleme damit zu haben, seien es nun gesundheitliche und / oder optische, einfach schlichtweg inakzeptabel.

Du sagst das Du mit dem optischen Ergebnis der Kunststoffprothese überhaupt nicht zufrieden warst, hat sie denn aber besser gepasst und konntest Du das Auge damit gut schliessen ?

Hat diese Prothese ein Ocularist mit Zusatzausbildung für die Anpassung von Kunststoffprothesen gemacht, oder ein / eine Epithetiker/in ?

Ich kann mir schon vorstellen, das einige hier denken, ja der Udo, der überhaupt keine Probleme mit dem Kunstauge hat, kann leicht daherreden, ihn betrifft es ja nicht.

Ich kenne hier zwei Personen (Olga und Brisme), die sowohl mit dem optischen Ergebnis, als auch mit dem Tragekomfort des Acrylauges vollkommen zufrieden sind.
Es ist also möglich und wenn man bedenkt, dass z. B. in den Vereinigten Staaten praktisch alle denen ein Auge entfernt wurde, eine Kunststoffprothese tragen ....

Gib bitte nicht auf, das fände ich sehr sehr schade und viel zu früh.

Liebe Grüße
Udo
.


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

Patient81
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Re: Probleme mit der Augenprothese

Beitrag von Patient81 » Sa 4. Nov 2017, 15:14

Guten Tag Jette,

ich kann es aus psychologischer Sicht betrachtet absolut verstehen, dass du gegenwärtig resignierst und es vorerst(!) so annimmst, wie es ist. Denn solch eine unzufriedende Ergebnisführung kann eine Tortur werden und das geht einfach an die Substanz der Nerven.

Vielleicht brauchst du zunächst Abstand zum Ganzen. Die liebe und nette Olga ist sehr glücklich mit ihrer Kunststoffaugenprothese. Sie hat ja auch Bilder hochgeladen. Vielleicht schaust du dir diese an. Sie ist auch sehr zuvorkommend, wenn du Fragen hast. Auch der Herr sstempel und ein zwei andere Ocularisten sind für Fragen bereit hier im Forum. Kann vielleicht paar Tage dauern, aber Antwort kommt definitiv!

Mein Rat an dich wäre demnach, lass deine Demotivation/Enttäuschung erstmal abklingen und nimm dann einen neuen Anlauf, natürlich mit entsprechenden Infos und Überzeugung.

Denn ich erkenne in deinen Texten zu keiner Zeit, dass du dich damit abgefunden hast, sondern vielmehr die Tatsache einer durch Enttäuschung ausgelöste Verdrängung. Und diese Verdrängung sollte eben bald schwinden, wenn du dann mehr Optimismus erlangst. Infolgedessen wirst du motiviert sein und einen neuen Versuch starten.


Ich drücke dir die Daumen

Patient81
Zuletzt geändert von Patient81 am Sa 4. Nov 2017, 17:56, insgesamt 1-mal geändert.



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