Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Patient81
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Beitrag von Patient81 » Mo 18. Sep 2017, 16:55

Hallo Leute,

diese Rubrik habe ich erstellt, weil ich denke, dass es eine schöne Abwechslung und vielleicht Anregung sein kann, wenn man auch rein wissenschaftliche Diskussionen um das Auge allgemein betreiben kann.

Diesbezüglich mache ich mal den Anfgang und poste den Artikel "Narbe am Nerv", aus der Zeitschrift "Der Spiegel", welcher am 28.04.1969 datiert wurde. Es geht speziell um eine vollzogene Augenverpflanzung. Ich habe diesen Artikel zufällig gelesen und war sofort begeistert. Finde es auch interessant, was es für Pro und Contra Argumente gibt.

Über das Internet ist der Artikel problemlos zu finden. Also viel Spass beim Lesen. :)


Schönen Gruß :mrgreen:

Patient81



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » Mo 18. Sep 2017, 22:22

Hallo Patient81,

ja, ziemlich interessanter Artikel, aber das Einzige Pro, dass ich entdecken konnte, wäre die eventuell gegenüber einem Kunstauge größere Beweglichkeit. Und selbst die steht ja nicht fest, wenn ich das richtig verstanden habe.

Stelle mir vor, wie statt des Ocularisten, der Augenchirurg in einer Kiste mit Spenderaugen kramt um die beste Irisübereinstimmung zu taxieren und es jeweils zum Vergleich neben dein gutes Auge hält. :o :mrgreen:

Nee, sorry wäre nichts für mich ohne die geringste Chance, auch nur einer minimalen Lichtwahrnehmung.

Will nicht ausschliessen, dass es irgendwann sogar möglich sein wird, den Sehnerv so anzukoppeln, dass wieder eingeschränkter Visus möglich ist, aber zumindest ich werde das nicht mehr erleben.

Ich weiss, oder glaube es zumindest zu wissen, dass Du für eine größere Beweglichkeit des Auges so ziemlich alles machen würdest, so oder so ähnlich hast Du es jedenfalls an anderer Stelle einmal gesagt.

Hast Du mal abchecken lassen, ob man in Dein Implantat einen Führungsstift als Mitnehmer für die Prothese einsetzen könnte. Soll immerhin etwa 30 % mehr Beweglichkeit bringen können. Risko ist allerdings nicht unerheblich.

Viele Grüße

Udo


Man weiß nie wie stark man ist, solange bis stark zu sein die einzige Wahl ist, die man noch hat.

( Neovaskularisationsglaukom, linkes Auge Amaurose, Enukleation 03.02.2017, 1. Glasprothese 16.02.2017 )

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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » Di 19. Sep 2017, 06:14

Hallo,

bin da (über das losteye-Forum) auf eine interessante Abhandlung über Phantomschmerzen nach Augenentfernung gestossen, leider nur auf englisch:

http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1 ... 2039.x/pdf

@Martin,
hätte nicht gedacht, das es doch so viele gibt, die davon betroffen sind, insofern sorry wenn ich da so platt und kategorisch behautet habe, nach der Enukleation wären die Schmerzen (komplett) weg.

Ich zitiere aus der Zusammenfassung:

"Approximately 23% of all EA experience phantom pain for several years after the surgery. Phantom pain was
reported to be of three different qualities: (i) cutting, penetrating, gnawing or oppressive (n= 19); (ii) radiating, zapping or shooting (n= 8); (iii) superficial burning or stinging (n= 5); or a mixture of these differentpain qualities (n
= 7). The median intensity on a visual analogue scale, ranging from 0 to 100, was 36 [range:1–89]. One-third of the patients experienced phantom pain every day. "

(Frei) übersetzt:

"Schätzungsweise 23 % aller Augenenfernungen (EA = Eye Amputation) leiden mehrere Jahre lang nach der Operation unter Phantomschmerzen. Diese wurden in drei verschiedenen Ausprägungen geschildert als, (i) schneidend, durchdringend, nagend oder bedrückend (n = 19); (ii) strahlend, oder einschiessend (n = 8); (iii) oberflächlich brennend oder stechend (n = 5); oder eine Mischung dieser verschiedenen Schmerzqualitäten (n = 7). Die mittlere Intensität auf einer visuellen Analogskala* von 0 bis 100 reichend, war 36 [Bandbreite: 1-89]. Ein Drittel der Patienten hatte jeden Tag Phantomschmerzen."

* https://de.wikipedia.org/wiki/Visuelle_Analogskala

Das war mir echt nicht klar, hatte auch soviel ich weiss keinen der Foris betroffen, die ich so kenne.

Insofern Asche auf mein Haupt. Man sollte mit seinen Einlassungen und Behauptungen besser nicht so vorschnell sein. :oops:

@Patient81,
danke, war eine gute Idee von Dir hier dieses Thema aufzumachen, weckt auch bei mir wieder mehr Interesse an der Materie. :)

LG
Udo
Zuletzt geändert von Bits&Bytes am Di 19. Sep 2017, 14:14, insgesamt 1-mal geändert.


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Ösi » Di 19. Sep 2017, 10:03

Morgen Udo,

Nun, die Phantomschmerzen sind ja auch so eine Sache. Das ist ja an der Sache die ganze Krux. Es kann mir keiner garantieren das ich nach einer ENU keine (Phantom)schmerzen habe. Sonst hätte ich wahrscheinlich schon lange etwas unternommen. Ob ich jetzt diese oder andere Schmerzen habe, bleibt sich doch egal.
Im Normalfall sollten allerdings nach der ENU keine nennenswerten Schmerzen auftreten, oder irre ich da. Weiters ist sehr seltsam das ich seit einigen Tagen eigentlich kein nennenswertes Schmerzbefinden habe, auch der Druck ist in Ordnung, auch die Entzündungen wirken nicht sehr auffällig.
Wetterumschwung auf Kälte?? Wissenschaftlich ist es ja, glaube ich mich zu erinnern, belegt das sich Kälte positiv auswirken soll. Warum macht man dann Wärmetherapien bei Muskelentzündungen?? Was denn nun? Ich habe die Erfahrung gemacht das es mir in der Kalten Jahreszeit ein wenig besser geht. Nur bei Schnee, da ist es richtig besch*****. Da sehe ich alles durch die Rosa Brille :) :) . ne, wirklich - da ist auf meinem verletzten Auge alles rosa.

Des Weiteren würde mich der Artikel über die VOLLZOGENE Augentransplantation interessieren. Mal schauen ob ich den finde. Ich spielte schon vor Jahren so etwas machen zu lassen, allerdings auf nachfrage - egal bei welchen Ärzten - hieß es das dies NOCH nicht möglich sei. Nun lese ich das 1969 so etwas allerdings schon praktiziert wurde.

Danke das du dir die Mühe gemacht hast, den Text zu übersetzen.


Sieh nicht zurück - du kannst es nicht ändern, die Zukunft liegt vor dir - mach was draus

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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Marcy » Di 19. Sep 2017, 13:20

Hallo Martin,

zum Thema Phantomschmerzen fällt mir grade was ein, was mir mehrere Ärzte und Therapeuten vor der Enukleation gesagt haben.

Durch (starke) Schmerzen, die lange anhalten, kann ein Schmerzgedächtnis entstehen. Es kommt zu Veränderungen im Gehirn, der Körper "lernt" den Schmerz. Wenn das passiert, ist es möglich bis wahrscheinlich, dass der Schmerz auch nach der Enu noch da ist.

Ich will dir damit jetzt nicht sagen, dass du die Enu so schnell wie möglich machen lassen solltest! Es ist nur ein Gedanke, der grade so auftauchte.

Liebe Grüße
Marcy



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » Di 19. Sep 2017, 13:53

Hallo Martin,

hier der Link: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45589785.html

Sehe keinen Grund, diesen hier nicht öffentlich machen zu dürfen.

Marcy hat geschrieben:
Di 19. Sep 2017, 13:20
Hallo Martin,

zum Thema Phantomschmerzen fällt mir grade was ein, was mir mehrere Ärzte und Therapeuten vor der Enukleation gesagt haben.

Durch (starke) Schmerzen, die lange anhalten, kann ein Schmerzgedächtnis entstehen. Es kommt zu Veränderungen im Gehirn, der Körper "lernt" den Schmerz. Wenn das passiert, ist es möglich bis wahrscheinlich, dass der Schmerz auch nach der Enu noch da ist.

Ich will dir damit jetzt nicht sagen, dass du die Enu so schnell wie möglich machen lassen solltest! Es ist nur ein Gedanke, der grade so auftauchte.

Liebe Grüße
Marcy
Ja, das war leider auch eine Quintessenz der Abhandlung über Phantomschmerzen nach Augenentfernung (s. o.), dass die Wahrscheinlichkeit diese zu entwickeln um so größer wird, je länger (und intensiver) man vorher diese (richtigen) Augenschmerzen hatte.

Würde auf Dein Stichwort Schmerzgedächtnis passen.
Ösi hat geschrieben:
Di 19. Sep 2017, 10:03
Morgen Udo,

Nun, die Phantomschmerzen sind ja auch so eine Sache. Das ist ja an der Sache die ganze Krux. Es kann mir keiner garantieren das ich nach einer ENU keine (Phantom)schmerzen habe. Sonst hätte ich wahrscheinlich schon lange etwas unternommen. Ob ich jetzt diese oder andere Schmerzen habe, bleibt sich doch egal.
Im Normalfall sollten allerdings nach der ENU keine nennenswerten Schmerzen auftreten, oder irre ich da. Weiters ist sehr seltsam das ich seit einigen Tagen eigentlich kein nennenswertes Schmerzbefinden habe, auch der Druck ist in Ordnung, auch die Entzündungen wirken nicht sehr auffällig.
Wetterumschwung auf Kälte?? Wissenschaftlich ist es ja, glaube ich mich zu erinnern, belegt das sich Kälte positiv auswirken soll. Warum macht man dann Wärmetherapien bei Muskelentzündungen?? Was denn nun? Ich habe die Erfahrung gemacht das es mir in der Kalten Jahreszeit ein wenig besser geht. Nur bei Schnee, da ist es richtig besch*****. Da sehe ich alles durch die Rosa Brille :) :) . ne, wirklich - da ist auf meinem verletzten Auge alles rosa.

Des Weiteren würde mich der Artikel über die VOLLZOGENE Augentransplantation interessieren. Mal schauen ob ich den finde. Ich spielte schon vor Jahren so etwas machen zu lassen, allerdings auf nachfrage - egal bei welchen Ärzten - hieß es das dies NOCH nicht möglich sei. Nun lese ich das 1969 so etwas allerdings schon praktiziert wurde.

Danke das du dir die Mühe gemacht hast, den Text zu übersetzen.
Hatte ich ja auch gedacht, dass nach der Enu keine erwähnenswerte Schmerzen mehr auftreten, hatte da aber diese Phantomschmerzen gar nicht (mehr) auf dem Schirm, finde allerdings, wenn dies mehr als ein fünftel der Enukliierten betrifft, ist das schon eine ziemlich große Zahl.

Aber ob es eben auch Dich betreffen würde kann keiner sagen, auch wenn wir hier gemeinsam in die Glaskugel schauen würden ....

Hab selbst auch die Erfahrung gemacht, dass Kälte durch Reizung/Entzündung entstandene Schmerzen gut lindert, würd mir jedenfalls bei einem Kiefernhöhlenabszess keine heissen Umschläge auflegen :mrgreen:
Warum sich das bei (grossen) Muskelentzündungen anders verhält/verhalten soll, keine Ahnung :?

Alles Gute
Udo


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Patient81 » Di 19. Sep 2017, 16:28

Ich weiss, oder glaube es zumindest zu wissen, dass Du für eine größere Beweglichkeit des Auges so ziemlich alles machen würdest, so oder so ähnlich hast Du es jedenfalls an anderer Stelle einmal gesagt.

Hast Du mal abchecken lassen, ob man in Dein Implantat einen Führungsstift als Mitnehmer für die Prothese einsetzen könnte. Soll immerhin etwa 30 % mehr Beweglichkeit bringen können. Risko ist allerdings nicht unerheblich.



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Patient81 » Di 19. Sep 2017, 16:34

Patient81 hat geschrieben:
Di 19. Sep 2017, 16:28
Ich weiss, oder glaube es zumindest zu wissen, dass Du für eine größere Beweglichkeit des Auges so ziemlich alles machen würdest, so oder so ähnlich hast Du es jedenfalls an anderer Stelle einmal gesagt.

Hast Du mal abchecken lassen, ob man in Dein Implantat einen Führungsstift als Mitnehmer für die Prothese einsetzen könnte. Soll immerhin etwa 30 % mehr Beweglichkeit bringen können. Risko ist allerdings nicht unerheblich.
Hi Udo,

nein, um Gottes Willen. Ich würde zwar Freudensprünge machen, wenn sowas möglich wäre, aber gesundheitliche Risiken würde ich wohlwissend dafür nicht in Kauf nehmen wollen. Es ist ein großer Wunsch, ja, aber mehr auch nicht. Dahingehend denke ich schon rational. Es reicht ja, dass eine Augenamputation :twisted: (Hommage @Udo) durchgeführt wurde. Ich will nicht noch schlimmere Zustände provozieren. :D

Insofern ist das mit dem Führungsstift Stand jetzt auch kein Gedanke für mich. Ich bin den Umständen entsprechend so wunschlos zufrieden- keine Schmerzen, keine Entzündungen. So soll es bitte bleiben :D



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » Mi 20. Sep 2017, 05:40

Patient81 hat geschrieben:
Di 19. Sep 2017, 16:34

Insofern ist das mit dem Führungsstift Stand jetzt auch kein Gedanke für mich. Ich bin den Umständen entsprechend so wunschlos zufrieden- keine Schmerzen, keine Entzündungen. So soll es bitte bleiben :D
Ja, so soll es bitte bleiben, ein beliebter Ausspruch, den ich auch aus einem anderen Forum kenne ;)

Schmerzfreiheit, keine Entzündungen, eine angemessene Wiederherstellung der Gesichtsharmonie, ist denke ich ja unser aller Ziel und diejenigen, die es ereicht haben, können sich glücklich schätzen.

Aber mal allgemein in die Runde: Hatte einer von Euch nach der Enu etwas mit Phantomschmerzen zu tun ?

Bis dann

Udo


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Marcy » Sa 23. Sep 2017, 18:47

Hallo Udo,

zu deiner Frage: ich hatte (und habe) keine Phantomschmerzen.
Bei mir war es so, dass ich schon den ersten Tag nach der Enu froh war, den Eingriff machen zu lassen. Es gab zwar den Wundschmerz (und den Muskelkater), aber der Schmerz, der mich über Monate begleitet hatte, war weg.

Liebe Grüße
Marcy



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » So 24. Sep 2017, 03:40

Hallo Marcy,

danke für Deine Antwort. Ja, war bei mir eigentlich genauso, keine Phantomschmerzen und Erleichterung es mit Aussicht auf zukünftige Schmerzfreiheit geschafft zu haben.

An den "Muskelkater" kann ich mich auch noch gut erinnern :)

Mal etwas Off-Topic:
Bin gerade völlig fasziniert von diesem Thread:
http://www.losteye.com/message_forum1/v ... =2&t=12686

Eine junge russische Betroffene aus Moskau (mit so einigen Problemen, die man hier auch kennt), wendet sich in perfektem Englisch an ein amerikanisches Forum, sie wird allerherzlichst aufgenommen und ihr wird mit vielen gutgemeinten Ratschlägen geholfen.

Ein schönes Beispiel für Völkerverständigung.

Geht doch.

LG
Udo


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Patient81 » Mo 25. Sep 2017, 13:54

"Hallo" in die Runde,

ich denke, dass zum Thema Phantomschmerzen alle Beteiligten der Enukleation auf dieser Seite sagen können, dass sie weitab dieses Leides sind. In dem Sinne hoffe ich, dass sich einige User diesbezüglich äußern werden, damit man eine ordentliche Anzahl darüber datieren kann und "Kandidaten" der Enukleation die "Angst" und "Unsicherheit" genommen werden kann.

Da das Auge nicht komplett entfernt wird, bleibt natürlich ein "Restauge" bestehen. Entsprechend können "leichte" Schmerzen auftreten oder Kopfschmerzen herbeigeführt werden. Aber das sind ganz annehmbare Zustände, die man auch mit gesunden Augen haben kann.


Schönen Gruß :)

Patient81



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » Mo 25. Sep 2017, 16:39

Patient81 hat geschrieben:
Mo 25. Sep 2017, 13:54

Da das Auge nicht komplett entfernt wird, bleibt natürlich ein "Restauge" bestehen. Entsprechend können "leichte" Schmerzen auftreten oder Kopfschmerzen herbeigeführt werden. Aber das sind ganz annehmbare Zustände, die man auch mit gesunden Augen haben kann.
Hallo Patient81,

wenn ich mich jetzt nicht sehr irre, sind das Einzige was nach einer Enukleation (des Augapfels) übrig bleibt, die (geraden) Augenmuskeln, die ja am Impantat fixiert werden und dann diesen "Muskelkater" verursachen. Schmerzen sind dabei wirklich annehmbar, man sollte aber zunächst auf größeres Augenrollen verzichten. :lol:

Anders sieht es bei der Eviszeration aus, da wird nur der Augeninhalt entfernt aber Horn- und Lederhaut (und natürlich Augenmuskeln) verbleiben in der Augenhöhle.
Wird in DE aber eher selten gemacht, in den USA dagegen scheint diese Art der Augenentfernung sogar zu überwiegen.

Hier mal etwas aus:

https://www.schmerzhilfe.de/phantomschmerzen/

"Die Gründe für Phantomschmerzen sind bis heute unklar und geben immer noch Rätsel auf. Es gibt lediglich einige Theorieren, mit denen die Ursache für den Phantomschmerz erklärt werden soll:

- Die Intensität des Phantomschmerzes hängt vermutlich mit der Dauer und Stärke der Schmerzen zusammen, die vor dem Eingriff bestanden. Dabei haben sich die Nervenzellen die präoperativen Schmerzen gemerkt und reagieren nach der Amputation weiterhin, jedoch ohne Schmerzreize.

- Zudem kommen als Ursachen peripherphysiologische Veränderungen in Frage. Zum Beispiel wird der Stumpf weniger durchblutet oder es besteht im Stumpf eine erhöhte Anspannung der Muskeln. Phantomschmerzen können durch Schmerzen am Stumpf ausgelöst werden.

- Außerdem spielt die Seele eine Rolle beim Phantomschmerz, sodass psychosomatische Ursachen in Betracht gezogen werden können. So hängt die Häufigkeit der Phantomschmerzen mit dem psychischen Zustand des Patienten zusammen.
"

Punkt 1 wäre wohl das was Marcy mit dem Schmerzgedächtnis angesprochen hat.
Einen Stumpf hat man ja nicht, aber es bleibt wohl vielleicht ein Rest des Sehnervs zurück ?!

Daher kann ich Martin's Befüchtungen verstehen, ob er nach der Enu nicht vielleicht nur die Pest gegen Cholera getauscht hat. Kann alles gut gehen, wie bei uns, aber eine Garantie kann ihm natürlich keiner geben, so blöd das auch ist.

Viele Grüße

Udo


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Patient81 » Mo 25. Sep 2017, 20:15

Nabend Udo,

ja, du hast natürlich Recht mit dem Inhalt deines Posts, dagegen habe ich auch nichts auszusetzen. :)

Es gibt natürlich einmal die Eviszeration bzw. Exenteration und die Enukleation.
Aber in beiden Fällen, besonders bei der Eviszeration, besteht ein Restauge. Denn als Restauge gilt, meiner Meinung nach, auch der komplette Sehnerv bis zum Gehirn, wenn man mal die Korrelation des Ganzen vor Augen führt.

Demzufolge sind in beiden Fällen die von dir aufgelisteten Eigenschaften der Phantombedingungen vorhanden, auch hier bin ich völlig bei dir.

Aber genau deswegen betrachte ich es als positiv, dass hier im Forum scheinbar niemand Phantomschmerzen empfindet. Daher war mein Appell, dass sich möglichst viele diesbezüglich melden mögen, um wie gesagt potenziellen Betroffenen die Angst und Unsicherheit hinsichtlich dieser Sache zu hemmen.

Aus diesem Grund habe ich besonders Betroffene aus diesem Forum angesprochen. Natürlich gibt es wohlmöglich irgendwo auf der Welt jemanden, der mit Phantomschmerzen konfrontiert ist, aber die Wahrscheinlichkeit ist halt sehr gering, wenn auch da. Insofern sollte es natürlich keine Ermutigung für potenzielle Patienten sein, sondern nur eine Darstellung der Lage des Forums im Hinblick der Phantomschmerzen- und diese ist nun mal sehr optimistisch.

Überhaupt sind Phantomschmerzen rein subjektive Wahrnehmungen. Ein Arzt wird nie wissen, ob ein Patient bewusst übertreibt. Genau das ist auch oft die Phase, wo sich die Geister scheiden. Denn bereits Folgeschmerzen oder bedingte Schmerzen, die wir alle haben, können als Phantomschmerzen empfunden werden. Von daher ist das Thema sehr kritisch zu betrachten, wie ich finde. Besonders in Extremsituationen können Menschen bewusst übertreiben oder auch untertreiben.

Folglich habe ich auch erwähnt, dass bedingt leichte Schmerzen definitiv vorhanden sein werden, die aber wirklich harmlos sind. Ich habe weder im glaukom forum noch hier von jemandem gelesen, der Phantomschmerzen hatte.
Also ich berufe mich wirklich nur auf meine Erfahrungswerte, freue mich aber über neue Erkenntnisse, so ist es nicht.:D :D

Schönen Abend :)

Patient81



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » Sa 21. Okt 2017, 13:53

Hi Patient81 und andere (langjährige) Augenprothesenträger(innen),

mal eher was aus der Kategorie Sonstiges.

Hätte da mal eine vielleicht doofe Frage, kann dazu aber im WWW nichts wirklich konkretes zu finden.

Bei mir steht am 09.02.18 (zufälligerweise ziemlich genau ein Jahr nach meiner Enu) ein Flug nach Thailand mit Freunden an und ich bin mir jetzt nicht wirklich hundertpro sicher, das dies keinerlei Auswirkungen auf Implantat und / oder Prothese hat / haben kann.

Daher ganz platt gefragt, hat von Euch schon jemand nach der Enu einen Langstreckenflug unternommen und wie ging es Euch dabei.

Ist kein Direktflug, sondern mit Emirates von

- Düsseldorf nach Dubai (Boing 777)
- Dubai nach Bangkok (Airbus A380)
- Bangkok nach Koh Samui (Airbus A317)

Also auch reichlich Starts und Landungen dabei.

Wäre für ein Feedback wirklich dankbar.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Udo


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Patient81 » Sa 21. Okt 2017, 16:03

Hi Udo,

ich habe zwar noch nie Langstreckenflüge gemacht, aber bei Flügen zwischen 2000-3000 KM Entfernung, also ca. 3 Stunden habe ich nie Probleme gehabt. Wüsste nicht, warum das bei längeren Strecken problematisch sein soll.

Da gibt es einen Filmemacher names Rob Spence. Ihm fehlt auch ein Auge und trägt ne Augenprothese und auch sogar eine Prothese mit Kamera installiert. Warum erwähne ich ihn? Er reist viel rum und ich denke, es ist zumindest ein Indiz dafür, dass es auch für ständige Flüge kein Problem sein sollte, wenn man eine Augenprothese/ Implantat im Auge trägt.

Dennoch kann ich dir leider keine eigene Erfahrung darüber schildern und entsprechend nicht versichern, dass es unproblematisch ist.

Aber ich hoffe, wirst schnell fündig hinsichtlich dieser Info, ob es einwandfrei abläuft oder nicht.

Schönen Gruß

Patient81



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von annaklaus » Sa 21. Okt 2017, 20:25

Lieber Udo,
ich hatte bei mehreren Flügen, die innerhalb kurzer Zeit absolviert wurden oder bei denen mehrfach umgestiegen werden musste nie Probleme mit dem Auge.
Mach dir keine Gedanken, sonst würden uns sicher unsere Prothesenmacher darauf hinweisen!
Beste Grüße,
anna :)


... mehr als nur kein Auge ;)

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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Marcy » So 22. Okt 2017, 08:43

Guten Morgen Udo,

ich kann mich den anderen anschließen. Im Grunde gibt es beim Fliegen mit der Prothese keine Probleme.

Ich habe immer viel Tränenersatz dabei, weil ich mit der Luft im Flieger nicht so gut zurecht komme. Aber das muss ja bei dir nicht so sein ;-).

Liebe Grüße
Marcy



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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von Bits&Bytes » So 22. Okt 2017, 13:36

Hallo an Euch alle,

danke für Eure Antworten, dass beruhigt mich noch zusätzlich, obwohl ich jetzt nicht ernsthaft besorgt war.
Hätte man wohl wirklich etwas von hören müssen, wenn es da Probleme gäbe.

Bin aber mal gespannt wie Kunstauge reagiert, beim plötzlichen Temperaturwechsel von sagen wir mal Mitte Februar so
0 bis -10" C im Ruhrgebiet nach 30 bis 35" Grad C in Thailand.

Hab ja leider auch kein Ersatzauge dabei, weil man vorheriges ja durch meine Trotteligkeit zu Bruch gegangen ist :roll: , aber wird schon alles gut gehen. :mrgreen:

Noch mal danke für Eure Beiträge und einen schönen Restsonntag wünscht

Udo


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Re: Wissenschaft, Forschung und Sonstiges

Beitrag von jobo68 » Mo 23. Okt 2017, 23:39

Hallo Udo,
mir ist nichts bekannt über Probleme mit Implantaten und Augenprothesen bei Flügen. Druck und kleine Temperaturunterschiede sind kein Problem, vielleicht ein Gefühl von Trockenheit wie es auch viele andere bei Flügen haben.
Hoffe Du hast ein Implantat mit Eigengewebe bekommen, das ist sowieso in allen Situationen unproblematisch.
Aber vielleicht der Hinweis wegen Thailand; sollte es auch zum Tauchen gehen, würde ich raten die Augenprothese vorher raus zu nehmen, wenn es sich um ein Doppelwandiges (Reformauge) handelt. Diese bekommt unter Wasser Auftrieb und könnte auch bei einigen Metern Tiefe implodieren. Ein einwandiges Glasauge (Schalenprothese) ist hier unbedenklich.
Dann wünsche ich schönen tollen Urlaub!



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